Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1. Ist dem Bundesrat bekannt, dass sich die Fahrzeiten auf der Bahnstrecke Chiasso-Milano in den vergangenen 15 Jahren um 20 Prozent erhöht haben?
2. Wie beurteilt er den Umstand, dass die neuen Zugverbindungen Zürich-Bologna und Zürich-Genova nicht über Milano Centrale verkehren und somit für die Fahrgäste deutlich weniger attraktiv sind?
3. Wie beurteilt er den Umstand, dass die angesprochenen EC-Züge deutlich längere Fahrzeiten haben als inneritalienische Fernverkehrszüge?
4. Die für den internationalen Verkehr vorgesehenen Giruno-Züge der SBB sind in Italien nur auf wenigen Strecken zugelassen. Ist eine generelle Zulassung dieses Zuges in Italien erreichbar, damit die internationalen Verbindungen aus der Schweiz beschleunigt werden können?
5. Sieht er in den gravierenden Nachteilen, welche die Verbindungen aus der Schweiz erleiden, Anzeichen für eine Diskriminierung?
6. Sieht er Möglichkeiten, im direkten Austausch mit den italienischen Behörden in naher Zukunft Verbesserungen für diese wichtigen Bahnverbindungen zu erreichen?

Gemäss seiner Eignerstrategie erwartet der Bund von der SBB im internationalen Personenfernverkehr, dass sie ihre Marktstellung durch Kooperationen stärkt. In Umsetzung dieser Strategie hat die SBB mit dem Fahrplan 2026 unter anderem zwei neue Direktverbindungen von Zürich nach Bologna und Genova eingeführt. Die IGöV Schweiz hat diese neuen Verbindungen analysiert (Link). Demnach weisen diese Verbindungen schwerwiegende Nachteile auf und sind für die Fahrgäste nur begrenzt attraktiv. So verkehren sie nicht über Milano Centrale, womit Fahrgäste, die in Milano umsteigen wollen, diese Züge nicht benutzen werden. Sie haben zudem massiv längere Fahrzeiten als inneritalienische Fernverkehrszüge auf den gleichen Strecken. Im Übrigen hat sich auf der Strecke Chiasso-Milano in den vergangenen 15 Jahren die Fahrzeit der Eurocity-Züge aus der Schweiz erheblich verlängert. Im Vergleich zu einem Regionalzug dauert die Fahrt im EC auf dieser Strecke bis zu 23 Minuten länger. Sollte zukünftig der Giruno-Zug im Verkehr nach Italien vermehrt eingesetzt werden, so könnten vermutlich Verbesserungen erreicht werden.